Gezielte Vorbereitung auf Beschäftigung im Ausland

Präsident Shavkat Mirziyoyev hat am 2. November das internationale Sprach- und Berufsbildungszentrum „Intil“ in Taschkent, im Bezirk Uchtepa, besucht.
Usbekistan setzt verstärkt darauf, Bürgerinnen und Bürger, die im Ausland arbeiten möchten, gezielt auf konkrete Stellen vorzubereiten. Entscheidend ist dabei, Sprachausbildung, berufliche Qualifizierung, die Anerkennung von Abschlüssen und die Arbeitsvermittlung eng miteinander zu verzahnen. Genau diesem Zweck dient das Zentrum, das von der Migrationsagentur beim Ministerkabinett gegründet wurde.
Dem Staatsoberhaupt wurden die Kapazitäten des Zentrums, seine Ausbildungsprogramme sowie die Projekte mit ausländischen Partnern vorgestellt.

„Vor zehn Jahren hatten wir nur mit einer Handvoll Länder Abkommen über legale Arbeitsmigration. Dank unserer Politik der Öffnung stehen unseren jungen Menschen heute in vielen Staaten attraktive Arbeitsplätze offen“, sagte der Präsident. „Ich möchte, dass unsere Jugend nicht als einfache Hilfskräfte, sondern als qualifizierte Fachkräfte ins Ausland geht. Unser Ziel ist es, ihnen einen Beruf zu vermitteln und ihnen zu helfen, in einem neuen Umfeld und einer fremden Kultur Fuß zu fassen.“
Auf dem fast 3,5 Hektar großen Gelände ist der gesamte Weg unter einem Dach gebündelt: von der ersten Anfrage über die Erledigung der Formalitäten, den Sprach- und Fachunterricht und die Prüfungen bis zur Ausreise an den neuen Arbeitsplatz. Im Front-Office erhalten Interessierte Beratung und Hilfe bei Visumsfragen. Zudem gibt es vor Ort Bankdienstleistungen, Flugticketschalter und ein Callcenter.
Der Komplex umfasst Unterrichtsräume mit 600 Plätzen, Praxisräume mit 180 Plätzen, ein Prüfungszentrum mit 120 Plätzen und ein Wohnheim mit 400 Betten. Derzeit werden hier im Rahmen von sechs internationalen Projekten 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgebildet – Unterricht und Unterkunft sind für sie kostenlos.
Der Präsident verschaffte sich einen Eindruck vom Sprach- und Fachunterricht. Angeboten werden Deutsch, Englisch, Japanisch, Koreanisch, Tschechisch, Polnisch, Italienisch und Slowakisch. Die Sprachkurse dauern sechs bis zehn Monate; ihre Inhalte werden fortlaufend an den Bedarf der ausländischen Arbeitgeber angepasst.
Die berufliche Ausbildung umfasst zwölf Programme, unter anderem in den Bereichen Pflege und Medizin, Schweißtechnik, Elektro- und Sanitärinstallation, Lagerlogistik, Bau, Hotellerie und Gastronomie sowie Kochen.
„Wohin auch immer ihr geht: Bringt den Menschen dort unsere Kultur, unsere Traditionen und unsere Geschichte näher. Erst kürzlich schrieb mir der Bürgermeister der japanischen Stadt Nagoya einen Brief, in dem er das Benehmen und die guten Manieren unserer jungen Leute würdigte. Ich wünsche mir, dass man auch über euch sagt: ‚Das sind die Kinder eines großen Landes mit einer großen Geschichte‘“, sagte der Präsident im Gespräch mit den Kursteilnehmern.
In den Simulationsräumen besichtigte der Präsident praktische Übungen aus Gebäudetechnik und Bauwesen. Unter realitätsnahen Arbeitsbedingungen vertiefen die Teilnehmer hier ihre Fertigkeiten – etwa an Sanitär- und Elektroanlagen. Schweißer werden nach der internationalen Norm ISO 9606 ausgebildet. Die Ausstattung stammt aus Deutschland, China und Russland.
Anschließend besuchte der Präsident die Prüfungsräume. Ein Schwerpunkt des Zentrums liegt auf der Vorbereitung auf international anerkannte Sprachzertifikate: Vor Ort können die Prüfungen ÖSD, telc, J-CERT und EPS-TOPIK abgelegt werden.
„So wie wir das Englische gezielt gefördert haben, werden wir künftig auch Deutsch und Japanisch fördern. Damit junge Menschen nach dem Schulabschluss einen sicheren Arbeitsplatz finden, müssen sie Sprache und Beruf schon in der Schule lernen“, betonte der Präsident.
Die Ausbildung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Projekte mit den Unternehmen Proud Partners, Onodera User Run, Deutsche Bahn, RecruitMed GmbH und PentaHospital sowie mit der Universität Perugia sollen sicherstellen, dass die Ausbildung den Anforderungen der Arbeitgeber entspricht und die Absolventen erfolgreich vermittelt werden.
Für die Freizeit stehen den Teilnehmern ein Coworking-Bereich, Sportplätze und Erholungsflächen zur Verfügung. Im Zentrum sind 40 einheimische Mitarbeiter und Lehrkräfte sowie sechs ausländische Sprachlehrer tätig.
Zum Abschluss empfahl der Präsident, das Modell auch auf andere Regionen des Landes zu übertragen – also die Auswahl von Bewerbern nach dem Bedarf ausländischer Arbeitgeber, die Sprach- und Berufsausbildung und die Vermittlung in Arbeit aus einer Hand.