ISMI Expert: Wirtschaft, Verkehr, Technologie und Humankapital – strategische Bereiche der Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Pakistan

Usbekistan und Pakistan liegen im gemeinsamen geoökonomischen Raum Zentral- und Südasiens, sagte der leitende wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für strategische und interregionale Studien (ISRS), als er am 23. Januar bei einem Rundtischgespräch zum Thema „Usbekistan – Pakistan: Aufbau von Beziehungen zwischen den Regionen und Schaffung neuer Möglichkeiten” sprach.
Die Veranstaltung wurde vom Internationalen Institut für Zentralasien in Zusammenarbeit mit der pakistanischen Botschaft in Taschkent organisiert. An ihr nahmen Vertreter staatlicher Behörden, führender Analysezentren, Forschungs- und Bildungseinrichtungen beider Länder teil.
Im Rahmen des „Runden Tisches“ wurde besonderes Augenmerk auf die Erörterung aktueller Fragen der usbekisch-pakistanischen Zusammenarbeit sowie auf vielversprechende Bereiche der Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Wirtschaft, Verkehr, Energie und Kultur sowie humanitäre Angelegenheiten gelegt.

Wie der Vertreter des ISRS betonte, „durchläuft das internationale Umfeld derzeit eine Phase tiefgreifender Veränderungen, die durch zunehmende globale Unsicherheit, Fragmentierung der Lieferketten, verstärkten Protektionismus und Sanktionsregime sowie wachsende klimatische und ressourcenbezogene Herausforderungen gekennzeichnet sind, die eine grundlegend neue geoökonomische Realität schaffen“.
Unter diesen Umständen, so der Vertreter des ISRS, werden für Entwicklungsländer die Qualität des Wirtschaftswachstums, Diversifizierung, Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks und die Fähigkeit zur Integration in neue regionale und interregionale Wirtschaftsstrukturen zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren.
In diesem Zusammenhang hob der Experte insbesondere die Bedeutung der Schaffung eines einheitlichen regionalen Wirtschaftsraums und der Entwicklung nachhaltiger Modelle für eine für alle Seiten vorteilhafte Partnerschaft hervor.
Es wurde betont, dass Usbekistan und Pakistan in einem gemeinsamen geoökonomischen Raum in Zentral- und Südasien liegen und über ein erhebliches wirtschaftliches, rohstoffliches, transitbezogenes und menschliches Potenzial verfügen.
Gleichzeitig, so Umarbek Nuriddinov, „stehen beide Länder vor ähnlichen strukturellen Herausforderungen, darunter die Abhängigkeit von Rohstoff- und Halbfertigprodukt-Exportmodellen, die technologische Kluft, die Notwendigkeit einer Diversifizierung der Wirtschaft und der zunehmende Druck auf den Arbeitsmarkt“.
Seiner Ansicht nach ist es gerade die Kombination aus gemeinsamen Herausforderungen und vorhandenen geostrategischen Vorteilen, die objektiv den Bedarf an einer Bündelung der Kräfte sowie an einer intensiveren wirtschaftlichen Zusammenarbeit begründet.In diesem Zusammenhang hob der Experte eine Reihe miteinander verbundener strategischer Kooperationsbereiche hervor.
Erstens gewinnt die Verkehrsanbindung angesichts steigender Logistikkosten und der Instabilität traditioneller Transportwege als Faktor für die Diversifizierung der Außenwirtschaftsbeziehungen entscheidende Bedeutung. In diesem Zusammenhang wurde die Notwendigkeit betont, die gemeinsamen Anstrengungen zur Entwicklung von Verkehrs- und Logistikkorridoren als grundlegendes Element der wirtschaftlichen Sicherheit und der außenwirtschaftlichen Stabilität zu verstärken.
Zweitens sollte die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht nur auf die Steigerung des Warenumsatzes ausgerichtet sein, sondern auch auf die Bildung gemeinsamer Wertschöpfungsketten.
Als vorrangige Bereiche wurden die Landwirtschaft und der Agrarsektor, die Textil- und Lebensmittelindustrie, der Bergbau, die Herstellung von Baumaterialien, die Pharmazie sowie der Bank- und Finanzsektor genannt. Es wurde betont, wie wichtig die Umsetzung gemeinsamer Industrieprojekte mit hoher Wertschöpfung, die Schaffung von Agrarkluster und Industrieparks sowie die Einführung moderner technologischer Lösungen sind.
Drittens gewinnt die Zusammenarbeit im Bereich der Informationstechnologien angesichts des globalen Wettbewerbs um Technologien strategische Bedeutung.
Es wurde festgestellt, dass beide Länder über ein beträchtliches Humankapital verfügen, das vor allem durch die junge Bevölkerung gebildet wird, die sich aktiv digitale Kompetenzen aneignet. In diesem Zusammenhang wurde die Zweckmäßigkeit der Umsetzung gemeinsamer Projekte in den Bereichen Software, digitale Plattformen, E-Commerce und innovative Dienstleistungen hervorgehoben.
Viertens bietet die demografische Struktur Usbekistans und Pakistans ein erhebliches Potenzial für eine Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. „Aus strategischer Sicht trägt dies zur Bildung einer nachhaltigen Personalbasis für die industrielle und technologische Zusammenarbeit bei, stärkt die gegenseitige Abhängigkeit der Volkswirtschaften und schafft die Voraussetzungen für eine langfristige Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit“, so der Vertreter des ISRS.
Abschließend hob Umarbek Nuriddinov hervor, dass „die Vertiefung der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Humankapital den langfristigen Interessen Usbekistans und Pakistans entspricht und der aktuellen globalen Konjunkturlage gerecht wird“. Seinen Worten zufolge ermöglicht eine solche Zusammenarbeit die Erschließung ungenutzter Potenziale, die Stärkung der Nachhaltigkeit der nationalen Volkswirtschaften und fördert das gegenseitige Interesse an Stabilität, Vorhersehbarkeit und nachhaltiger Entwicklung der regionalen Umgebung.
Informationsagentur „Dunyo“