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Naturheilmittel für Usbekistan

29.08.2019

Die Nika Farm Servis GmbH mit Sitz in Taschkent ist Produzent und Händler von Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln. Dem Unternehmen gehören die landesweit größte und modernste Apothekenkette Oxymed sowie weitere Firmen im Bereich der Pharmazie. 500 der rund 700 Mitarbeiter sind in den Apotheken beschäftigt. Gemeinsam haben sie 2018 um die 200 Millionen Euro erwirtschaftet und ihren Beitrag zu einer besseren Gesundheitsversorgung im Land geleistet. Die Geschäftsführerin Aziza Hudayberdieva war 2018 im Rahmen des MP in Deutschland auf der Suche nach neuen Produkten, um das Sortiment von Oxymed zu erweitern, insbesondere im Bereich der natürlichen Arzneimittel, die inzwischen auch in Usbekistan auf dem Vormarsch sind.

„Die Biomedizin und der Bedarf nach natürlichen Arzneimitteln nimmt auch bei uns zu,“ sagt Hudayberdieva. Mit einem deutschen Hersteller pflanzlicher Arzneimittel, der vor allem durch seine Naturheilmittel bekannt ist, kooperiert Nika Farm Servis bereits seit 2015 im Rahmen des Projekts „Phytothek“. Das ist ein speziell gekennzeichneter Bereich innerhalb einer Apotheke, der sich auf den Verkauf und die Beratung rund um pflanzliche Arzneimittel spezialisiert hat. In Deutschland gibt es 900 Phytotheken und auch in Usbekistan läuft der Naturarzneimittelbereich gut: Jedes Jahr richtet Nika Farm Servis fünf Phytotheken ein. Das Personal dafür wird in Deutschland regelmäßig durch Experten geschult. „Auf die fachliche Kompetenz unserer Mitarbeiter und auf ein hochwertiges Sortiment legen wir großen Wert - und deswegen kommen die Kunden zu uns“, sagt Hudayberdieva. Um die Partnerschaft mit dem Arzneimittelhersteller zu intensivieren, hat Hudayberdieva sich in Deutschland mit Unternehmensvertretern getroffen und einen Vorschlag zur Lizenzproduktion von Arzneimitteln in Usbekistan unterbreitet, der zurzeit zur Abstimmung zwischen den Geschäftsleitungen liegt.

Auch ein in Deutschland beliebtes Energie-Tonikum könnte bald seinen Weg in das Apothekennetz des größten Verbrauchermarkts Zentralasiens finden. Aus dem Produkt ist inzwischen eine eigene Marke für Gesundheits-Trendartikel entstanden. Hudayberdieva hat sich in Deutschland mit dem Hersteller getroffen. Gemeinsam wurden die Möglichkeiten des Exports nach Usbekistan sowie eine exklusive Vertriebspartnerschaft besprochen. Der erste Schritt ist jetzt eine Analyse der Top-Verkaufsprodukte. „In Deutschland gehen Kalzium- und Magnesiumpräparate gut, aber es wäre vorschnell, die auch in unsere Produktionslinie aufzunehmen. Wir schauen jetzt erst einmal, was in Russland und Kasachstan gut läuft, der Markt ist dem usbekischen ähnlicher und wir werden uns an deren Top-Sellern orientieren“, erklärt Hudayberdieva ihre Verkauf-Strategie.

Ausbau der Produktion

Auch mit einem Pharmaunternehmen aus Hamburg, das innovative Nahrungsergänzungsmittel herstellt, hat Hudayberdieva Gespräche geführt. Dabei ging es sowohl um den Import von Artikeln, als auch um die Lizenzproduktion. „Das Problem beim Import ist, dass auf Nahrungsergänzungsmittei, anders als auf Medikamente, hohe Zölle erhoben werden, was den Verkaufspreis in die Höhe treibt“, sagt die 38-jährige Unternehmensleiterin. Für die Zukunft ist deshalb ein Ausbau und eine Modernisierung der Produktionsanlagen von Nika Farm Servis geplant. Dazu hat sich Hudayberdieva mit einer baden-württembergischen Handelsgesellschaft getroffen. Diese berät beim Kauf und bei der Finanzierung von Ausrüstung. Die Geschäftsleitung von Nika Farm analysiert über diesen Händler momentan den Erwerb von Verpackungsmaschinen und Laborausstattungen.

Wachsendes Apothekennetz

Derzeit gibt es 130 Apotheken von Oxymed in Usbekistan, wovon sich 90 allein in der Hauptstadt Taschkent befinden. Daneben unterhält Nika Farm Servis seit 2018 auch Franchising-Apotheken unter der Marke Domaschnaja Apteka. 2019 sollen rund 100 neue Apotheken nach dem Franchising-Modell entstehen, insbesondere in den ländlichen Regionen. Somit trägt Nika Farm Servis dazu bei, auch die abgeschiedenen Gebiete und kleinen Städte des Landes zu versorgen, die teilweise noch erhebliche Defizite in der Gesundheitsversorgung aufweisen.

Quelle: https://www.managerprogramm.de/wp-content/uploads/2019/08/Journal_14_2019_de_web.pdf