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Willkommen in Kokand

13.02.2018

Aus historischer Perspektive war Kokand ein bedeutendes Handels-, Industrie-, Kunst- und Handwerkszentrum, das auch heute seine Bedeutung nicht verloren hat. Hier lebten und arbeiteten viele berühmte Dichter, Künstler und Meister ihrer Zeit, deren schöpferische Arbeiten zur Entwicklung der Wissenschaft, Kultur und Kunst beigetragen haben. Hier befinden sich die einzigartigen architektonischen Objekte – der Palast des ehemaligen Herrschers Said Muhammad Khudayarkhan, die Jami-Moschee, die Medresse (theologische Hochschule) Norbutaboy und die Grabkammern von Dahmai Shokhon und Modarikhon. In Kokand gibt es insgesamt sieben Museen.

Das Kokand Heimatmuseum ist eines der ältesten Museen in ganz Usbekistan. Es wurde 1925 gegründet und das Gebäude, in dem sich das Museum befindet, ist das wertvollste architektonische Denkmal aus der Mitte des 19. Jahrhunderts – der Palastkomplex des Herrschers von Khudoyarkhan. Er steht unter Denkmalschutz. Von den sieben ursprünglichen Höfen des Palastes Khudoyarkhan, darüber schrieb auch Abdullah Kadiri in seinem Roman „Scorpion vom Altar“, sind nur zwei erhalten geblieben, einer von ihnen beherbergt heute eine große Moschee, ein anderer Palast das Museum. Das Palastgebäude wurde in den letzten hundert Jahren als Schule, Büro des Verbandsvorstands der Landwirte, regionale Landwirtschaftsausstellung und sogar als Lazarett genutzt.

Das Museum und der Palast haben sich seit langem zu einem Gebäude verschmolzen und wurden zur Visitenkarte von Kokand. Es ist eines der meistbesuchten Objekte im Fergana-Tal. Besichtigungstouren und Themenführungen ziehen nicht nur Einheimische an, sondern auch viele Besucher von anderen Regionen des Landes und Touristen aus aller Welt.

Beeindruckend ist das Gebäude selbst, das auf einer künstlichen Höhe von vier Metern errichtet wurde und inmitten einer großen Grünfläche steht. Die Palastfassade mit vier Minaretten ist mit Keramikfliesen und Inschriften dekoriert, Inschriften erzählen die Geschichte des Gebäudes. Schwere, geschnitzte Tore führen zum Darvozahona – Torraum, von dem aus der Besucher in den Vorgarten mit Aivans gelangt. Die Innenräume der großen und kleinen Empfangssäle – salomhona, der Palastmoschee, des Khan-Büros – Devonhona, die persönlichen Räume des Khan und seiner Familie – Shahnishin, sind auch mit kunstvollen Fliesen, Schnitzereien auf Holz und Ganch und bemalten Decken beeindruckend.

Hier werden mehr als 35.000 Exponate aufbewahrt. Dies sind archäologische Funde wie urzeitliche Steinwerkzeuge und Tonprodukte, Gegenstände der angewandten Kunst und Numismatik, mittelalterliche Kleidung, Geschirr, Waffen, Möbel, Karten und Fotografien, die im Auftrag des Khan geschaffen oder gekauft wurden. Das Museum hat darüber hinaus eine interessante Sammlung von Manuskripten, Hofdokumenten und Publikationen in Lithographie, unter denen auch der Koran mit einem persönlichen Siegel von Khudayarkhan ist. Zur Gemäldesammlung des Heimatmuseums gehören Werke von usbekischen sowie europäischen Meistern vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Das Kokand Heimatmuseum verfügt noch über vier Zweigmuseen: das Haus-Museum Hamza, das Khudzhra-Museum Mukimi, Haus-Museum von Kodirjon Haydarov und den Architekturkomplex Jami.

Der architektonische Komplex Jami war eine Moschee, erbaut in den Jahren 1814-1816 auf Befehl des lokalen Herrschers Umarkhon, des Ehemanns der Dichterin Nadira. Ein geräumiger Aiwan auf 98 geschnitzten Säulen, ein Chanaqa mit exquisiten Deckengemälden, ein hohes Minarett – der Ruhm dieses Gebäude hallte weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Heute beherbergt der Komplex das Museum für angewandte Kunst. Hier werden Exponate des traditionellen Handwerks wie Keramik, Weberei, Kupferstecherei, Stickerei, Schnitzerei, Malerei auf Holz und Schmuckkunst ausgestellt.

Das Haus-Museum von Kodirjon Haydarov beeindruckt seine Besucher mit erstaunlich schönen Mustern der Holzschnitzerei. Hier lebte und arbeitete der Gründer der Kokand Schule für Holzschnitzerei, der nationale Künstler Kodirjon Khaidarov (Im Gebäude des Museums befindet sich eine funktionstüchtige Werkstatt, wo man die geschickte Handarbeit der Meister bewunderbn kann).

Das Khudzhra-Museum liegt im Gebäude der damaligen Koranschule von Sohibzoda Hazrat. In dieser Koranschule lebte und lehrte einst der bekannte Dichter Mukimi. Von hier aus arbeiteten und schufen ihre Werke auch viele andere Dichter wie Furkat, Zawki, Pisandi. Das Museum bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich in Kokands literarische Atmosphäre jener Zeit zu versetzen.

Das nächste Zweigmuseum ist das Geburtshaus vom berühmten Dichter, Dramatiker und Komponisten Hamza Hakimzade Niyazi. Die Gäste werden von seinem Denkmal empfangen, wo er unter den Ästen eines blühenden Baumes nachdenklich und ruhig sitzt. Ein kleiner Hof mit einem jahrhundertealten Maulbeerbaum, ein Apartmenthaus mit Männer- und Frauenhälften, ein Raum mit Musikinstrumenten, ein Zimmer, in dem sein Vater als Ortsarzt Medikamente zubereitete, eine Küche mit Tandur, veranschaulicht das Leben einer usbekischen Familie am Anfang des 20. Jahrhunderts.
Alles, was im Museum und seinen Zweigen gesammelt wurde, ist das gemeinsame Eigentum des usbekischen Volkes. Die Tätigkeit des Museums sieht vor, möglichst vielen Leuten die besten Beispiele unseres unschätzbaren Erbes näherzubringen. Es ist wichtig, diese Schätze sorgfältig zu hüten und den künftigen Generationen weiterzugeben.

Die Reformen, die in Usbekistan heutzutage stattfinden, reichen bis zur Museumsarbeit. Eine der bedeutenden Schritten der Modernisierung der Kultur und Kunst ist die Reorganisation des Kokander Heimatmuseums zum Staatlichen Museum für Kulturgeschichte von Kokand. Das lokale Literaturmuseum wird als ein Zweigmuseum zum Staatlichen Museum für Kulturgeschichte von Kokand gehören. Die Sanierung aller Räumlichkeiten steht bevor.