• Deutsch
  • English
  • Русский
  • o'zbek

Neue Impulse und Dynamik für unsere Wirtschaftsbeziehungen

Interview mit dem Botschafter der Republik Usbekistan S.E. Durbek Amanov über die deutsch-usbekische Wirtschaftskooperation

Exzellenz, was sind die wichtigsten Aufgaben Ihrer Amtszeit im Bereich der deutsch-usbekischen Wirtschaftskooperation?
Eine nachhaltige Entwicklung unserer bilateralen Beziehungen ist für mein Landimmens wichtig. Deutschland ist für uns ein langfristiger, zuverlässiger Partner in Europa, ein Land mit einem außerordentlichen wirtschaftlichen, industriellen und technologischen Potenzial. Daher werde ich mich in meiner Amtszeit als Botschafter für eine ständige und allumfassende Unterstützung bei der Vertiefung der Wirtschaftlichen bilateralen Beziehungen vor allem bei Investitionen und der finanziellen Zusammenarbeit einsetzen. Ich bin davon überzeugt, dass wir unseren Wirtschaftsbeziehungen neue Impulse und eine neue Dynamik verleihen können und müssen, die den Interessen unserer Länder entsprechen.
Wo sehen Sie besondere Möglichkeiten für deutsche Unternehmen in Usbekistan?
Zurzeit sind 1 13 Unternehmen mit deutschem Kapital in Usbekistan aktiv, davon sind 29 Unternehmen zu 100 Prozent mit deutschen Geldern finanziert. Gleichzeitig kommt man nicht umhin zu bemerken, dass der aktuelle Stand der Beziehungen nicht dem tatsachlichen Potenzial entspricht. Hier müssen wir uns meiner Meinung nach auf folgende Themen konzentrieren:
Erstens muss das Meistbegünstigungsprinzip zwischen unseren Ländern dazu genutzt werden, den bilateralen "Handel auszubauen. Hierzu müssen Wir neue Absatzmärkte in unseren Ländern entwickeln. Usbekistan kann eine breite Palette an Waren, angefangen von Textilerzeugnissen über Chemieerzeugnisse, Mineraldünger, Kabelproduktion bis hin zu Gemüse und Konserven nach Deutschland liefern. Im Gegenzug dazu benötigen wir hochtechnologische Maschinen und Anlagen sowie das Know-how für die Modernisierung der usbekischen Industrie.
Der zweite wichtige Punkt ist die Zusammenarbeit im Bereich der Investitionen. Vor allem in den Bereichen Maschinenbau, Automobilindustrie, Energie, Elektrotechnik, Landwirtschaft; Chemie und Bau haben deutsche Unternehmen die modernsten Technologien. Usbekistan ist an einem langfristigen Engagement interessiert und bereit, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Es sind bereits namhafte Unternehmen wie MAN, Claas, Lemken und Knauf auf dem usbekischen Markt aktiv. Schließlich muss auch erwähnt werden, dass Usbekistan das bevölkerungsreichste Land in der Region ist, mit steigender Tendenz. Diese Tatsache, unser Rohstoffreichtum, eine entwickelte Industrie- und Transportinfrastruktur sowie gut ausgebildetes Fachpersonal machen unser Land zu einem attraktiven Investitionsstandort. Ich möchte auch anmerken, dass die usbekische Regierung in den letzten Jahren zahlreiche Reformen in der nationalen Gesetzgebung durchgeführt hat, um das Investitionsklima zu verbessern. Dazu gehören Erlasse zum Schutz der Rechte ausländischer Investoren, die Verbesserung des Geschäftsklimas, der Abbau bürokratischer Hürden und eine Verringerung von Lizenz- und Dokumentationspflichten. Allein 2012 wurden über 23.000 neue
klein- und mittelständische Unternehmen registriert, ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt mittlerweile bei über 54 Prozent. Insgesamt ist das heutige Investitionsklima dazu geeignet, die bestmöglichen Geschäftsbedingungen bereitzustellen, zu diesem Zweck gibt es auch eine Vielzahl an Präferenzen und Förderungen für Investoren.
Welche wirtschaftlichen Reformen und Vorhaben werden in Usbekistan inden nächsten Jahren verfolgt?
Erst vor Kurzem feierte Usbekistan das 22,-jährige Jubiläum seiner Unabhängigkeit. In dieser kurzen Periode hat unser Land viele Reformerfolge vorweisen können, was bestimmt auch zahlreiche Besucher aus Deutschland bestätigen werden. Diese Systemreformen werden mit Sicherheit auch in Zukunft weitergehen. Zur Zeit realisieren wir ein Modernisierungsprogramm bis zum Jahr 2015, welches über 500 Investitionsprojekte mit einem Volumen von über 50 Milliarden US-Dollar vorsieht. Hier können sich auch deutsche Unternehmen beteiligen.
Wir laden deutsche Unternehmen herzlich zu Investitionen in den Sonderwirtschaftszonen „Navoi“, „Angren“ und „Jizzax“ ein. Die Errichtung von gemeinsamen Unternehmen in diesen Wirtschaftszonen wird von zahlreichen Vergünstigungen und Förderungen flankiert und ermöglicht den Export in die Märkte der GUS, mit denen Usbekistan über Freihandelsabkommen verfügt, sowie in die Märkte von Süd- und Südostasien.

Die Fragen stellte Eduard Kinsbruner, Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft
Quelle: OST-AUSSCHUSS-INFORMATIONEN - Ausgabe 10/2013