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Stolz des usbekischen Volkes

9. Februar ist Geburtstag von Alisher Nawoi, dem großen Dichter des usbekischen Volkes. Jedes Jahr feiert man dieses Datum in allen Städten und Regionen Usbekistans. An diesem Tag treffen sich die Fans des Dichters am Nawoi-Denkmal, das sich im gleichnamigen Nationalpark von Taschkent befindet, um dem großen Vorfahren die würdige Achtung zu erweisen.

Die Werke und die Biographie von diesem talentierten Dichter und dem prominenten Denker ist seit langem ein Forschungsobjekt für viele Historiker, Orientalisten und Literaturkritiker. Die Forschungen über Nawoi sind inhalts- und zahlreich. Es etablierten ganze Schulen der Nawoikunde. Die Studie des Themas bleibt immer noch aktuell, denn jedes Werk von Nawoi eine Reihe Analysen verdient. Seine Poetik ist äußerst interessant, seine Dichtungstechnik ist abwechslungsreich und seine Haltungen - extrem progressiv.

Nawoi wurde im 1441 in Herat geboren, eine der wichtigsten Kulturzentren des Ostens zu dieser Zeit. Schon als Kindheit lernte er die Literatursprache Farsi in aller ihrer Schönheit und Eleganz. Während seiner Schulzeit begann seine Liebe zur Poesie, vor allem las er die „Gulistan“ und „Bustan“ von Saadi und „Gespräch der Vögel“ von Fariduddin Attar gerne.

Unter Nawoi´s Klassenkameraden war der künftige Herrscher von Chorasan – Hussein Baykara, der im Jahre 1469 an die Macht kam. Seine Regierungszeit wurde die Blütezeit der altusbekischen Literatur. Dabei war der Herrscher selbst ein Dichter, der Autor interessanten Gazellen. Auch Nawoi war aktiv in das politische Leben des Landes beteiligt. Er begann seinen Werdegang im Palast von Hussein Baykara als Staatssiegelbewahrer (muhrdar), und ab 1472 war Nawoi der Wezir. So spielte er im kulturellen und wissenschaftlichen Leben des Landes eine besondere Rolle.

Er liess in Hirat und anderen Städten aus eigener Tasche über 100 Gebäuden, einschließlich Koranschulen, Moscheen, Bäder, Brücken, Krankenhäuser, Märkte und viele Straßen errichten. Nawoi erwies sich auch als ein weiser Staatsmann.

In den 1487-1489 war Nawoi der Bürgermeister der Stadt Astrabad. Danach kehrte er nach Herat zurück. Es wird als der Beginn einer neuen Periode im Leben des Dichters bezeichnet. Er ist mehr mit Dichtung und Schreiben beschäftigt. Der größte Teil seiner Werke wurden in dieser Zeit geschaffen.

In den 1483-1485 schrieb Nawoi sein größtes Werk „Khamsa“ (Fünfer), bestehend aus – „Khairat ul-Abrar“ (Die Verwirrung der Gerechten), „Shirin und Farhad“, „Laili und Mazhnun“, „Sabai Sayar“ (Sieben Planeten) und „Saddi Iskandari“ (Mauer von Iskandar). Es war nach der Tradition von Khamsa-Schreiben geschrieben. Nawoi hat als erster „Khamsa“ in Altusbekisch geschaffen. Er bewies damit, dass in der altusbekischen Sprache Dichtung so eines großen Werks möglich ist.

Nawoi dichtete fast in allen gängigen Genres der Literatur im Osten und bewies seine Stimme und seinen Stil überall. Nawoi konnte durch seine Dichtung die altusbekische Literatur auf eine neue, höhere Sockel angehoben. In 1498 fasste er eine Sammlung aller seiner Gedichte „Hazain al-Maoni“ („Schatz der Gedanken“) ab. Es sind insgesamt mehr als 50 000 Zeilen.

Nawoi schrieb auch wissenschaftliche Arbeiten. „Muhakamat-ul-Lugatayn“ und „Al-Mizan Avzan“ sind Nawoi´s wertvolle wissenschaftliche Arbeiten, in denen Dichtkunst und Linguistik erforscht und auf der Grundlage der Forschungen die Vorteile und Stärke der altusbekischen Sprache überzeugend bewiesen wurde. Es sind noch über Literaturkritik – „Majalis al-nafais“ (Sammlung über Feine), über die Aruz-Theorie – „Mezan-al avzan“ (Waage der Größen), über die Theorie Genre Muamma – „Mufradat“. Darüber hinaus schrieb er Artikel über historische Themen "Tarija muluki Ajam" (Geschichte der iranischen Könige) und “Tarihi anbiya va hukam“ (Geschichte der Propheten und den Weisen). Sein letztes Werk hieß „Mahbub al-Kulub“, ein Buch über die sozialpolitische Themen und seine Ansichten darüber. Er schrieb insgesamt rund 30 Gedichtsammlungen, Poemen, Prosa und wissenschaftliche Traktate.

Werke von Nawoi wurden in Englisch, Französisch, Deutsch und vielen anderen Sprachen übersetzt. Die Literaturliebhaber fühlen sich von tiefer Philosophie seiner Arbeit, den reichen Metaphern und von poetischen Bildern angezogen. Das Geheimnis des unsterblichen Ruhms von Nawoi´s Werken liegt in ihrem hohen künstlerischen Niveau.