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Weltweit verehrter Dichter: Zum 575. Geburtstag des großen usbekischen Dichters Alishēr Nawā’ī

Seit den ersten Tagen der Unabhängigkeit wird in Usbekistan ein großer Wert auf die Wiederbelebung und Erhöhung der nationalen Werte, die Erhaltung und weite Verbreitung der nationalen Kultur und Kunst gelegt. So werden die Gedenkarbeit von berühmten Vorfahren, die einen unschätzbaren Beitrag zur Entwicklung der Weltkultur geleistet haben, durchgeführt und deren reiches geistiges Erbe studiert und gefördert. Einer der großen Persönlichkeiten ist der herausragende Dichter, Denker und Staatsmann Nizamiddin Mir Alishēr Nawā’ī. Sein Name steht in einer Reihe mit den Namen solcher großen Vertreter der Weltliteratur wie Homer und Dante, Shakespeare und Goethe, Ferdowsi und Nizami.

Die vom Dichter besungenen Eigenschaften wie Gerechtigkeit, gegenseitiges Einvernehmen, Nächstenliebe, Respekt vor Eltern, Mitgefühl, den Bedürftigen helfen und die Völkerfreundschaft spiegeln sich besonders in den in Usbekistan durchführenden umfangreichen sozialwirtschaftlichen, geistigen und Bildungsreformen wider.

Der Präsident Islam Karimow machte in seinem Buch “Hohe Geistigkeit ist eine unbesiegbare Kraft” darauf aufmerksam, dass es in der Geschichte der Weltliteratur nur wenige Dichter wie Nawā’ī gab, die alle Freuden und Leiden der menschlichen Seele, den Humanismus und das Wesen des Lebens mit tiefem Gefühl zum Ausdruck gebracht haben. Liebe zur Muttersprache, Vielfältigkeit und Großartigkeit dieser Sprache erkennt man besonders durch die Werke von Nawā’ī. Je mehr Menschen, insbesondere junge Menschen von diesem wertvollen Erbe teilhaben werden, desto erfolgreicher verbreiten sich humanistische Eigenschaften in der Gesellschaft.

Seine Werke dienen als eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für Komponisten, Musiker und Künstler. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Erziehung der jüngeren Generation im Geiste des Friedens, Patriotismus und der Toleranz.

Das bis heute erhaltene literarische Erbe von Alishēr Nawā’ī ist groß und vielfältig. Es sind rund 30 Gedichtbücher, Poemen, wissenschaftliche Arbeiten und poetischen Schriften, die das geistige Leben in Zentralasien Ende des 15. Jahrhunderts vollständig offenbaren. In den letzten 20 Jahren wurde in Usbekistan sein Gesamtwerk in 20 Bänden veröffentlicht.

Als Höhepunkt der Nawā’īs Kreativität gilt das berühmte „Khamsa“ – eine Sammlung von fünf Poemen, die auf den Nationalepos basieren und in seiner Zeit in sehr populärer Darstellungsform der philosophischen und künstlerischen Weltsicht geschrieben wurden. Die monumentale epische Sammlung gilt als ein unschätzbares Beispiel der usbekischen klassischen Literatur und ein großes Denkmal der Weltliteratur.

Die Wichtigkeit seiner Werke und ein weiterer klarer Beitrag zur usbekischen Kultur war seine Dichtungssprache. Er dichtete in der alten usbekischen Sprache und erhob sie damit zur Dichtungssprache. Bis ihn glaubte man, dass das Altusbekisch zu rau für die Poesie sei. So hatte die Schöpfung des Dichters einen unbestreitbaren Einfluss auf die Entwicklung nicht nur der usbekischen, sondern auch die der Literatur aller Turkvölker.

Das usbekische Volk ehrt den Andenken des hervorragenden Dichters. Die Nationalbibliothek der Republik Usbekistan, das Staatliche Akademische Bolschoi-Theater für Oper und Ballett, das Institut für Sprache und Literatur der Akademie der Wissenschaften, das Museum für Literatur, eine Industriestadt, eine U-Bahnstation, Straßen und Bezirke tragen heute seinen Namen. Außerdem wurde für den talentierten Studierenden der humanitären Fakultäten mit hervorragender Leistung und der Teilnahme an kreativer Arbeit das Nawā’ī-Stipendium gegründet.

In diesem Jahr feiert man in Usbekistan den 575. Geburtstag von Alishēr Nawā’ī. Seine Arbeiten sind Perlen der Weltwissenschaft. Sie wurden in mehrere Sprachen übersetzt, darunter auch Englisch, Französisch, Deutsch und viele andere. Das literarische Erbe des Dichters war und bleibt als ein Forschungsobjekt für die östlichen und westlichen Sprach- und Literaturwissenschaftler.

In Anerkennung der hervorragenden Leistungen des großen Dichters wurden in verschiedenen Ländern seine Denkmäler errichtet. Derzeit tragen Straßen in Almaty, Baku, Aschgabat und ein Prospekt in Kiew seinen Namen. Ein Krater auf Merkur wurde nach ihm benannt.

Um seine Manuskripte und Werke weiter zu erforschen, wurden durch das Staatliche Museum für Literatur und die Akademie der Wissenschaften der Republik Usbekistan zahlreiche wissenschaftliche Expeditionen zu den berühmtesten Bibliotheken der Welt organisiert.

Die Bilderwelt und die Gefühle von Alishēr Nawā’ī inspirierte viele Künstler, vor allem die der usbekischen Literatur. Auch nach mehreren Jahrhunderten, sind seine Werke noch immer aktuell und relevant, weil die ideologische Grundlage seiner schöpferischen Tätigkeit bilden solche menschlichen Eigenschaften wie der Humanismus, die Gerechtigkeit und das Streben nach Fortschritt und glücklichem Leben aller Menschen.