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Usbekistan auf der GRÜNEN WOCHE 2016

Seit Beginn der Unabhängigkeit wird in Usbekistan eine tief erarbeitete Entwicklungsstrategie der Landwirtschaft umgesetzt. Dies sieht die Ernährungssicherheit des Landes vor. Dieser Ansatz bei der Produktion von Obst und Gemüse gilt als ein wichtiger Teil des gesamten Systems des Lebensunterhalts und der Gesundheit der Bevölkerung.

Es ist einer der Hauptvektoren der Wirtschafts- und Sozialpolitik des Staates. Eine der ersten Maßnahmen, die bereits 1989 getroffen wurde, war die Entscheidung über die Ausweisung von mehr als 400 Tausend Hektar bewässerten Flächen für Kleingärten. Weitere Schritte bei der Umsetzung der marktwirtschaftlichen Strukturreformen im Agrarsektor enthalten Veränderungen in der Struktur der eingesäten Flächen. Dabei wurde die Baumwollkultur fast um das 2-fache zugunsten der Getreide verringert.

Infolgedessen produziert Usbekistan heute den ganzen Getreidebedarf des Landes mit 7 Millionen Tonnen jährlich. Früher importierte Usbekistan mehr als 80% Getreide und Getreideprodukte.

Die Landwirtschaftspolitik des Landes beinhaltet folgende weitere wichtige Richtungen:

- die Abschaffung der Kollektivwirtschaften und Einrichtung von landwirtschaftlichen Farmen, die die Arbeitsproduktivität mit modernen Agrartechnologien erhöhen;

- die Diversifizierung des Agrarsektors sowie Entwicklung der Kartoffelanbau, Weinbau, Imkerei, Geflügel- und Fischzucht;

- die Gewährung von Vorzugsdarlehen und Subventionen für die Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen;

- die Schaffung eines effizienten Wartungs- und Liefersystems für die Bedürfnisse der Farmen notwendigen materiellen und technischen Ressourcen (Kraftstoff, chemische Düngemittel, biologische und chemische Pflanzenschutzmittel, Saatgut);

- die Gründung des Logistiksystems zur Lagerung und Transport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, sowie deren industrieller Verarbeitung. Der Fokus wird auf die Entwicklung von Farmen gerichtet.

Heute funktionieren in Usbekistan insgesamt 67.804 Farmen. Die Rechtsrahmen für die Farmertätigkeit werden verbessert. Im Rahmen des Gesetztes „Über den Farmen“ und der Präsidialverordnung „Über die Maßnahmen zur weiteren Verbesserung und Entwicklung der Farmertätigkeit in Usbekistan“ werden zielgerichtet gehandelt, um die Farmen zu den Hauptproduzenten von Agrarprodukten zu fördern. So können die Farmen zu einer leistungsstarken sozialen und politischen Kraft transformieren und für die weitere Entwicklung der Landwirtschaft und anderen Sektoren die Verantwortung übernehmen.

In kurzer Zeit der unabhängigen Entwicklung wurden in Usbekistan entscheidende Reformen durchgeführt. Diese haben uns ermöglicht, die Landwirtschaft zu diversifizieren, damit die Bevölkerung des Landes mit wichtigsten Nahrungsmittelpflanzen zu versorgen und sie zu exportieren. Seit 1997 zeigt die Landwirtschaft in Usbekistan mit 6-7% pro Jahr ein stabiles positives Wachstum.

In den letzten 24 Jahren hat sich das landwirtschaftliche Produktionsvolumen insgesamt mehr als verdoppelt. Es ermöglichte den Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch um das 1,3-fache, von Milch und Milchprodukten um das 1,6-fache, Gemüse – um mehr als das 2-fache und Obst – um fast das 4-fache zu erhöhen. Derzeit produziert das Land jährlich mehr als 17 Millionen Tonnen Obst und Gemüse.

Durch die Systemmaßnahmen steigt stetig das Exportpotenzial der Branche. In den letzten Jahren entwickelte sich Usbekistan zu einem wichtigen Exporteur von wettbewerbsfähigen Obst- und Gemüseprodukten.

Um das Export während des ganzen Jahres zu gewährleisten, werden die Verarbeitungs- und Lagerungsmöglichkeiten entwickelt. In den letzten 10 Jahren stieg das Verarbeitungsvolumen von Gemüse und Trauben um 3,5-fache, einschließlich von Obst- und Gemüsekonserven um das 2,5-fache, von getrockneten Früchten – um das 4-fache und von Direktsäften – um das 7-fache. Der Anteil der Verarbeitung beträgt über 16% der gesamten Obst- und Gemüseprodukten.

Derzeit werden mehr als 180 Arten von frischem und verarbeitetem Obst und Gemüse exportiert. Ihr Exportanteil beträgt 73%. Die Exportgeographie von usbekischen Trauben, Obst und Gemüse hat sich erweitert. Zuvor exportierte Usbekistan traditionell nach Russland, Kasachstan und anderen GUS-Staaten. Heute wird aus Usbekistan Obst- und Gemüseprodukten zu den Märkten von mehr als 120 Ländern wie Indonesien, Norwegen, die Mongolei, Saudi-Arabien, die Slowakei, die USA, Thailand und Japan ausgeliefert. Seit der Unabhängigkeit gab es positive Veränderungen auch in der Wasserwirtschaft.

Die Verbesserung der Bodenbewässerung und die rationelle Nutzung von knappen Wasserressourcen sowie die Erhaltung und Mehrung der Bodenfruchtbarkeit ist eine der Prioritäten der Entwicklungspolitik des Landes. Usbekistan hat es seit seiner Unabhängigkeit geschafft, nicht nur ihre Bewässerungspotential zu erhalten, sondern modernisiert und verbessert ihre Bewässerungssysteme erfolgreich.

Für das effektive Wassermanagement und die Wasserversorgung arbeiten seit 2003 zehn Wasserwirtschaftsverwaltungen und 1502 Verbände der Wasserkonsumenten mit rund 70.000 Mitgliedern im ganzen Land. Jährlich werden die Wartungsarbeiten von über fünf Tausend Kilometer Bewässerungskanäle aus dem Staatshaushalt finanziert. Auf Kosten der Wasserkonsumenten werden in den Bewässerungsnetzen mehr als 100.000 Kilometern und bei den 10.000 Wasserwerken Wartungsarbeiten durchgeführt.

In den letzten Jahren wurden in der Republik 1,5 Tausend Bewässerungskanäle, über 400 große Wasserbauten und 200 Pumpstationen saniert oder gebaut. In 2007 wurde der spezialisierte Fonds für die Verbesserung der Melioration bewässerter Böden gegründet.

Aus Mitteln dieses Fonds wurde ein Staatsprogramm für die der Melioration bewässerter Böden im Zeitraum 2008-2012 erarbeitet und realisiert. Für den Bau oder die Erneuerung und Wiederinbetriebnahme der Rohrleitungs- und Drainagenetzen wurde über 500 Millionen US-Dollar ausgegeben. Für die Realisierung des Staatsprogramms wurde die spezialisierte staatliche Leasinggesellschaft „Uzmeliomashleasing“ gegründet.

Diese liefert Meliorationstechnik auf Leasingbasis. So konnten die an den Maßnahmenprojekten teilgenommenen Unternehmen 1.450 technischen Einheiten, einschließlich 600 Bagger, 180 Buldozers und anderen Technik beschaffen. Im Rahmen dieses Programms wurde auf 1,2 Mio. Hektar bewässerten Böden die Melioration verbessert und optimale Schichtenbildung von Grundwasserspiegel erreicht. Wobei verringerten sich die bewässerten Flächen mit dem Grundwasserspiegel bis zu 2,0 m um 117.600 Hektar. Auf den 105.000 ha. mittel und schwer versalzenen Flächen sind von totaler Entsalzung bis zur leichten Bodenversalzung erreicht worden.

Um die Bewässerungswirtschaft im Land weiter zu verbessern, wurde das Staatsprogramm für die Verbesserung der Bodenbewässerung und die rationelle Nutzung von Wasserressourcen von 2013-2017 verabschiedet. Für die Umsetzung des Programms sind über 1,2 Milliarden $ vorgesehen. Im Rahmen des Programms wurde in 2013-2014 der Bau oder die Erneuerung von 1771 km Drainagenetzen und die Reparatur von 24.700 km Rohrleitungs- und Drainagenetzen verwirklicht sowie 360 Meliorationseinheiten auf Leasingbasis gekauft. Außerdem wurde auf mehr als 1,7 Mio. ha. bewässerten Böden die bessere Melioration geschaffen. Die Regierung des Landes ist sich bewusst, dass die Bewässerung mittels beweglicher Beregnungsanlagen und der Tröpfchenbewässerung, zu einer Verbesserung der Bodenqualität beitragen können.

So wurde in den letzten Jahren die Tröpfchenbewässerung auf ca. 16,3 Hektar Fläche eingeführt. Die Tendenz steigt jährlich mit 5 Hektar. Die Furchenberieselung unter Nutzung mobiler biegsamer Bewässerungsrohre und unter Folie wird schon auf über 18.700 Hektar Baumwollfeldern angewendet. In den Jahren 2013-2017 sind die langfristigen Vorzugsdarlehen aus dem Staatshaushalt für die Farmer und Landnutzern zur Einführung des Tröpfenbewässerungssystems auf einer Fläche von 25 Hektar vorgesehen. Die Farmen, die das Tröpfenbewässerungssystem eingeführt haben, werden von Grundstück- und anderen Arten von Steuern für 5 Jahre befreit.

Es wird darauf die Aufmerksamkeit geschenkt, bei der Verbesserung der Wasserinfrastruktur vom Ausland Hilfe zu holen. Daraufhin wird Usbekistan von internationalen Finanzinstitutionen und den Partnerländern unterstützt. Eine Reihe von Projekten zur Verbesserung der Wasserwirtschaft wird mit ausländischen Investitionen umgesetzt.

Folgende Projekte wurden bereits abgeschlossen: Weltbankpojekt „Drainage-Projekt in Usbekistan“ ($ 74,55 Mio.); gemeinsamer Projekt mit der Organisation Erdöl exportierender Länder „Rehabilitation der Pumpstation „Kuyumazar““ ($ 12 Mio.); „Rehabilitation des Karakul Pumpstation“ mit Unterstützung der chinesischen Investoren ($ 14 Mio.).

Im Zeitraum 2009-2014 wurden erfolgreich die ersten beiden Phasen der „Deutsche Wasserinitiative für Zentralasien“, insbesondere das Programm „Grenzüberschreitendes Wassermanagement“ (TUWR) durchgeführt. Im Rahmen dieses Programms wurde die Rekonstruktion des Kanals „Bad-Bad“ (Samarkand Gebiet), des Flusses Padschaata (Namangan Gebiet) und ihrer Haupteinrichtungen durchgeführt. Es wurde noch technische Unterstützung folgenden Einrichtungen geleistet: der staatlichen obersten Wasserbehörde, dem staatlichen Einheitsunternehmen „Botiometrik Markaz“, der unteren Wasserbehörde von Zarafshan und dem Exekutivausschuss vom IFAS. Das laufende Projekt „Wiederherstellung der Hauptbewässerungskanäle Tashsakin im Chorezm Gebiet“ wird von der Islamischen Entwicklungsbank (144,2 Mio. $) unterstützt. Zusammen mit Frankreich wird das Programm „Rehabilitation von Pumpstationen „Navoi“ und „Uchkara“ gestartet (38,26 Mio. $).

Die Asiatische Entwicklungsbank wird wiederum mit 284,46 Mio.$ die Sanierung des Bewässerungssystems Amu-Buchara unterstützen. In naher Zukunft ist die Umsetzung noch von zwei großen Projekten – „Verbesserung der Wasserwirtschaft im südlichen Karakalpakstan“ mit finanzieller Unterstützung der Weltbank und „Verbesserung der Wasserwirtschaft in der Region Surkhandarya“ in Zusammenarbeit mit der Islamischen Entwicklungsbank, geplant. Als Ergebnis der systematischen Maßnahmen verringerte sich die Wasseraufnahme im ganzen Land seit 1990 von 62 bis 51 Mrd. Kubikmeter (21%) pro Jahr. Die Einheitsmenge für die Bewässerung von einem Hektar Fläche wurde um 42% (von 18.000 bis 10.500 m3/ha) reduziert.

Wer sich persönlich über die Errungenschaften der usbekischen Landwirtschaft erkundigen möchte, kann die auf der GRÜNEN WOCHE in den Charlottenburger Messehallen tun. Vom 15.-24. Januar 2016 öffnet sie ihre Tore und man findet den Stand Usbekistans in der Halle 6.2. Eigens aus Usbekistan reisen u. a. Elyor Ganiev, Minister für Außenwirtschaftsbeziehungen, Investitionen und Handel der Republik Usbekistan sowie Batirjon Abdushukurov, Stellvertretender Landwirtschaftsminister, nach Berlin an. (VTN)

Quelle:
http://www.berlin-city-report.de/joomla/index.php/politik-wirtschaft/430-usbekistan-auf-der-gruenen-woche-2016