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Samarkands Schätze der Seidenstraße

Produziert von Katharina Kaun
19/10 12:39 CET

Samarkands Lage auf dem legendären Handelsweg war ideal. Rund 10.000 Kilometer schlängelte sich das Geflecht von Straßen über die Kontinente. Millionen von Händlern, aber auch Diplomaten, Pilger und Krieger bereisten die über 2.000 Jahre alte Seidenstraße und hinterließen ihre Spuren.

Reporterin Katharina Kaun hat sich auf die Reise gemacht: “In Samarkand machten einst die Kamelkarawanen von China nach Europa halt. In der ersten Ausgabe von “Usbekistan Life” wandeln wir auf den Spuren der Seidenstraße und entdecken, wie die Handelsroute die sagenumwobene Stadt auch heute noch beeinflusst.”

Die Stadtführerin Armida Nazaryan erklärt:
“Zu der wichtigsten Mission der Händler, die aus verschiedenen Teilen der Welt und zu verschiedenen Zeiten kamen, gehörte natürlich der Handel mit den besten Waren. Aber genauso entscheidend war auch ein ständiger Wissensdrang und der Wunsch nach einem Austausch von revolutionären Ideen sowie ein kultureller, religiöser und sprachlicher Austausch.”

Zu diesen Ideen gehört auch die alte Tradition der Papierherstellung, die ursprünglich aus China stammt. Das geheime Rezept wurde in Samarkand enthüllt und von einheimischen Kunsthandwerkern weiter entwickelt. Das berühmte Papier, das aus der Rinde von Maulbeerbäumen gewonnen wird, wurde von Samarkand aus um die Welt geschickt.

Zarif Muhtarov hat sich seinen Traum verwirklicht: Er erweckte die verlorene Kunst wieder zum Leben. In seiner Werkstatt mit einer Wassermühle stellt er das kostbare Papier nach einem über eintausend Jahre alten Rezept her. Über das Papier sagt er:
“Die Menschen konnten das Papier aus Samarkand bereits an seinem einzigartigen Klang erkennen.”

Das Papier ist für seine ausgezeichnete Qualität bekannt und wird auch “Seidenpapier” genannt, denn seine Oberfläche ist glatt und hat einen besonderen Glanz. Viele der arabischen und persischen Handschriften aus dem 9. und 10. Jahrhundert wurden darauf geschrieben.

Zarif Muhtarov führt aus: “Nur Emire, Sultane und Großwesire konnten sich dieses Papier leisten, deshalb trägt es auch den Namen königliches Papier. Wenn ich das Papier anfasse, dann habe ich das Gefühl, einen Schatz in der Hand zu halten. Die Karawanen der Seidenstraße haben riesige Stapel von diesem Papier in ihre Länder in Asien, dem Osten und Europa mitgenommen.”

Der wichtigste Handel fand auf den zahlreichen Basaren statt, die geschäftige Atmosphäre hat sich bis heute erhalten. Die farbenfrohen Zutaten der Seidenstraße haben die einheimische Küche geprägt, und sie spiegeln den Schmelztiegel der Kulturen wider. Der “Duft von Samarkand” erfüllt heute noch die Luft. “Die Händler brachten bei ihrer Reise auf der Seidenstraße Gewürze wie Muskatnuss, Nelken und schwarzen Pfeffer in die Stadt,” erklärt Händler Samat Sharipov.

Aber nicht nur der Handel mit Gewürzen, Seide, Porzellan, erlesenen Teppichen und Waffen spielte eine wichtige Rolle, auch Musik und Instrumente wurden untereinander getauscht.

Bobur Sharipov ist auf dem Weg zu seinem Instrumentenbauer, um seine neue Rubab abzuholen. Das Instrument, das einer Laute ähnelt, wird aus dem Maulbeerbaum hergestellt, hat fünf Saiten und ist mit einer Fischhaut überzogen.

“Das Instrument verbreitete sich über die Seidenstraße in die verschiedenen Länder in Zentralasien”, sagt Bobur Sharipov. Bis zu zwölf Monate dauert es, um solch ein Meisterwerk usbekischer Handwerkskunst fertigzustellen.

Bobur Sharipov hat eine besonders enge Bindung zu den traditionellen Klängen. “Diese Lieder, die unsere reiche Geschichte widerspiegeln, berühren meine Seele.”

Entlang der alten Seidenstraße reisen weiter Richtung Bukhara, einer weiteren wichtigen Station auf dem historischen Handelsweg. In der nächsten Ausgabe von “Usbekistan Life” besuchen wir die frühere Karawanenstadt und lernen das reiche Erbe der einheimischen Handwerkskunst kennen.

Quelle: euronews
http://nr.news-republic.com/Web/ArticleWeb.aspx?regionid=9&articleid=50252533