• Deutsch
  • English
  • Русский
  • o'zbek

Phänomen, das keine Grenzen und Nationalität kennt

18.04.2017

Am 14. April teilte bei der Eröffnung des Internationalen Presseclubs in Taschkent der Außenminister der Republik Usbekistan Abdulaziz Kamilov mit, dass Rahmat Akilov, der von den schwedischen Strafverfolgungsbehörden wegen der Begehung eines Terroranschlags am 7. April in Stockholm festgenommen wurde, ein usbekischer Bürger ist. Geboren in der Region von Samarkand, reiste er 2014 nach Schweden aus, wo er auf Baustellen arbeitete. Dort wurde auch er von Abgesandten der internationalen terroristischen Organisation „Islamischen Staat“ rekrutiert und forderte seine Landesleute zu den Kämpfen an der Seite der Terroristen in Syrien aktiv auf. Laut des usbekischen Aussenministers waren die europäischen Partner über gesetzwidrige Taten von Akilov informiert, dennoch, wie die letzten Ereignisse bezeugen, wurde gegen ihn nichts unternommen.

Der Terrorakt in Stockholm war eine der weiteren Tragödie, die in der letzten Zeit in verschiedenen Ländern geschehen sind. Erst vor wenigen Monaten erschütterten schreckliche Ereignisse Großbritannien, Deutschland, Ägypten, Russland, die Türkei, Schweden, abgesehen von wiederholenden Angriffen in Irak, Pakistan, Syrien, Afghanistan und in afrikanischen Ländern.

Darüber hinaus zeigte diese Aktion die schwerwiegenden Lücken im europäischen Sicherheitssystem auf, weswegen unschuldige Bürger ihr Leben verloren haben.

Die Terroristen griffen, um ihre verbrecherischen Pläne umzusetzen, in erster Linie zu Bombenanschlägen und „Dienstleistungen“ der Selbstmordattentäter.

Jetzt aber können sie auch den LKW im Stadtzentrum stehlen, ihn in die Menschenmenge fahren und dabei mehr als ein Dutzend Menschen töten und verletzen. Solch einen „Trend“ erlebten wir kürzlich in Nizza, Berlin, London und jetzt in Stockholm. Die Geographie des Terrors verbreitet sich, angewendete Methoden werden immer subtiler und selbst die Verbrecher verhalten sich Menschen verachtender und zynischer mit dem Gefühl der Straflosigkeit.

Natürlich wird bei Folgeereignissen solcher Art von Medien großen „Rummel“ gemacht, über das geschehene Ereignis verbreiten verschiedene Stimmen laut ihre Versionen. Neben objektiven Pressemitteilungen erscheinen auch scheinanalytische Publikationen von selbsternannten Experten. Gleiche Muster beobachten wir im Falle der Tragödie in Stockholm: einzelne Journalisten nutzen solche Tragödien für die gezielten Angriffe auf die Nation und Religion.

Es ist eine Erfahrungstatsache, dass in schweren Situationen Eile und leichtfertige, impulsive Aussagen bei Entscheidungen die Situation nur verschlimmern können. Bedenken wir das jüngste Kuriosum nach dem Terroranschlag in der russischen Stadt St. Petersburg, als der russische Bürger Andrey Nikitin in einer traditionellen muslimischen Kleidung und mit einem Bart auf den Überwachungskameras zu sehen war, wurde er sofort der Hauptverdächtige. Einige Medien replizieren sofort in Sensationshascherei ohne in Details hineinzugehen, Fotos von A. Nikitin. In einem Moment wurde einem zufälligen Passanten ein monströses Terroretikett zugeschrieben. Wie sich aber später herausstellte, war er an dem Terroranschlag nicht beteiligt. Er war zu der Zeit der Explosion zufällig in der U-Bahn und entkam übrigens nur knapp dem Tod. Dennoch war er ein Opfer der Explosion. Einer Informationsexplosion.

Trotz aller Angriffe von parteilichen Medien, bewahrte Usbekistan Ruhe und Zurückhaltung in der kritischen Zeit. Erst nachdem alle Einzelheiten geklärt wurden, gab Außenminister A. Kamilov eine Erklärung mit detaillierten und zuverlässigen Informationen heraus.

Es zeigte sich, dass Rahmat Akilov auf der Fahndungsliste in Usbekistan steht, und westliche Partner über seine kriminellen Aktivitäten Bescheid wussten. Leider wird diese Tatsache von einigen Medien ignoriert, es scheint so, als wäre es für sie profitabler, sich auf die ethnische, religiöse und territoriale Zugehörigkeit der Organisatoren und Täter von Terrorakten zu konzentrieren. Diese Herangehensweise lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers aus dem Wesen vom eigentlichen Problem ab. Es lässt bei den Bürgern Vorurteile gegenüber ganzen Nationen wachsen und das Vertrauen zwischen den Staaten und Völkern untergraben.

Mit großen Bedauern kann man sagen, dass viele Länder, die heute ein Ziel für Terroristen geworden sind, die Früchte ihrer Politik der „offenen Türen“ ernten. In den letzten Jahrzehnten lief das Wesen dieser Politik darauf hinaus, Antragstellern, einschließlich Staatsbürgern aus Usbekistan, Schutz zu gewähren, dies ohne angemessene Untersuchung und manchmal sogar in völliger Ignoranz ihrer zweifelhaften Vergangenheit.

Dadurch sind Vertreter oder Sympathisanten der radikalen Bewegungen, wie Akilov, unter dem Migranten- oder „politischem Flüchtlingsmantel“ in diese Länder eingedrungen. In der eigenen Heimat sind sie in den Gesichtskreis der Strafverfolgungsbehörden bereits gefallen, aber zur Vermeidung der Judikation bevorzugten sie ins Ausland zu flüchten. Anträge auf Auslieferung der Verdächtigen wurden oft vernachlässigt. Die Ermahnung zur Stärkung des Kampfes gegen den Extremismus wurde als Versuch zur „Aushöhlung“ der Grundlagen der Politik des Multikulturalismus gesehen.

Diese Situation wird auch erschwert durch Menschenrechtsorganisationen, die die Forderungen der Regierung von der Auslieferung gefährlicher Kriminellen und Extremisten als Angriff auf die Menschenrechte betrachten.

Natürlich sind diejenigen, die heute bei den Gewaltakten beschuldigt werden, nicht an einem Tag Terrorist geworden. Sie wurden zur „Gehirnwäsche “ in denjenigen Staaten ausgesetzt, wo eine ganze Industrie von Gehirnwäschern mit Fanatismus- Ideen, und nicht nur religiösen Fanatismus, in Gang gesetzt ist.

Entschlossen sind sie zusammen mit ihren Familien und Mitdenkern vor allem in den europäischen Metropolen sicher angesiedelt, schaffen dabei sogenannte „Schläfer-Zellen“, und sind bereit zu destruktiven Handlungen auf das Signal der Kuratoren. Aktive Propaganda wurde von ihnen unter jungen Menschen in den sogenannten „Migranten Ghettos“ geführt. Die Behörden dieser Länder bevorzugten über diesen Trend wegzusehen, im irrigen Glauben, dass eines Tages Migranten mit einer dunklen Vergangenheit von Ideen des Multikulturalismus beseelt sein werden. Man kann jedoch nicht eine Schlange in seinem Haus halten und blind glauben, dass sie nicht angreift.

Die meisten Mitglieder der radikalen Bewegungen, die heute Europa bevölkern, haben doppelte, und manchmal sogar dreifache Staatsbürgerschaften, so dass siesich frei von einem Land zum anderen bewegen und ungestraft bleiben können. Die usbekische Regierung warnte mehrfach die Weltgemeinschaft von verschiedenen Tribunen vor Gefahren des Extremismus und Terrorismus. Leider wurden diese Appelle zum großen Leidwesen von unschuldigen Opfern und ihren Familien nicht beachtet.

In Usbekistan wurde eine feste Barriere gegen die Verbreitung von Ideen des religiösen Extremismus geschaffen. Dies beinhaltet Maßnahmen, die die Immunität der Jugend gegen den Einfluss der radikalen Bewegungen verstärken, die öffentliche Ordnung schützen und die Staatsgrenze umfassend stärken. Zeigt das etwa nicht das Ergebnis der harten Arbeit der Regierung und der zuständigen Stellen in Usbekistan?

Ohne es zu beachten, versuchen einige Medienvertreter Usbekistan als einen Staat darzustellen, der eine Bedrohung für die ganze Welt ausstrahlt. Dieser Ansatz diskreditiert nicht nur das Land auf der Weltbühne, es schreckt auch ausländische Investoren, Geschäftspartner und Touristen ab.

Bedauerlich ist auch die Tendenz der Manipulation des Islams von Terrororganisationen, in dem sie die grundlegenden Lehren des Islams mit ihren Tätigkeiten verfälschen und sie nach eigenem Ermessen verbreiten.

Einige Medien haben „die Stafette aufgegriffen“ und versuchen ungerechtfertigt die heilige Religion mit dem Terrorismus zu assoziieren. Der Begriff des religiösen Extremismus hat dadurch in der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit dem „islamischen Faktor“ gleich oder ähnlich zu klingen. So sieht man angesichts dessen diese Religion eher als eine politische Ideologie, als es der Islam in Wirklichkeit ist.

Trotz allem sind sich vernünftige Menschen dessen bewusst, dass kein Glaube zu einem Mordanschlag unschuldiger Menschen aufruft oder dies erlaubt. Dies gilt vor allem für den Islam, dessen Bedeutung auch „Frieden“ ist. Der Islam ruft auf, das Leben und Eigentum der Menschen unabhängig von ihrer Religion zu achten, sodass keiner der Ziele oder Methoden derjenigen, die unter dem Deckmantel der Religion zu Gewalt greifen, grundlegend nicht gerechtfertigt sein können.

Tatsächlich ist der Terror das Böse, das keine Grenzen oder eine Nationalität hat, und vor dem absolut niemand sicher ist. Aber anstatt sich zu vereinen und in geeinter Front gegen die globale Bedrohung entgegenzutreten, zerspaltet sich unsere Welt aufgrund von ethnisch-religiösen Gründen, unter anderem wegen des „Engagements“ von einigen Medien und Experten. Das ist Wind in den Segeln der Verbrecher und zerstört die Grundlage für die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus.