• Deutsch
  • English
  • Русский
  • o'zbek

Ökotourismus in Usbekistan: Perspektiven und Möglichkeiten

18.10.2016

In Taschkent fand die internationale Konferenz zum Thema „Der ökologische Tourismus – ein wichtiger Faktor für eine nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz: Erfahrung von Usbekistan und internationale Praxis“ statt. Als Organisatoren des Forums traten das Staatliche Komitee für Naturschutz in Zusammenarbeit mit der Nationalen Gesellschaft „Uzbektourism“ unter Mitwirkung des Koordinators der OSZE-Projekte in Usbekistan auf.

An der Konferenz nahmen Vertreter des Oliy Majlis, der Ministerien, Behörden und öffentlichen Organisationen der Republik Usbekistan teil. Unter den Gästen waren auch Vertreter der internationalen Organisationen wie UNWTO, UNEP, UNECE, der großen Finanzinstitutionen, der diplomatischen Korps sowie Experten und die einheimischen und ausländischen Journalisten.

Ehrengast der Konferenz war Zhu Shanzhong, der Executive Direktor für technische Zusammenarbeit und Dienstleistungen der UNWTO.

Bei der Eröffnungszeremonie der Konferenz bezeichnete er Usbekistan als eines der dynamisch entwickelnden Länder und einer der wichtigen Partner der UNWTO. In den letzten Jahren wurde der Ökotourismus ein neuer Tourismuszweig und ein großes Geschäftsfeld in der Tourismusindustrie. In den Beschlüssen der UN-Generalversammlung von 2012 und 2014 wurde die Bedeutung der Entwicklung des Ökotourismus anerkannt, um Naturressourcen und internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich zu erhalten. Es wurde betont, dass die Durchführung dieser Konferenz sehr wichtig ist, und die behandelten Fragen nicht nur für Usbekistan, sondern auch für die ganze Welt relevant sind – besonders angesichts der Tatsache, dass UNO 2017 zum internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus erklärt hat.

Usbekistan hat große Perspektiven zur Entwicklung von Ökotourismus und Entfaltung eines einzigartigen und nachhaltigen Netzwerks von Ökotourismus-Routen durch weitere Integration in den Weltmarkt. Bei den Trendrichtungen des Ökotourismus ist Usbekistan einer der Marktführer in Zentralasien.

Laut der Organisatoren war die Erarbeitung von Vorschlägen zu den aussichtsreichen Richtungen, Mechanismen und Instrumenten der Entwicklung des Ökotourismus in Usbekistan unter Einbeziehung der ausländischen Erfahrungen sowie Ausbau der internationalen Zusammenarbeit im Bereich des Ökotourismus und Umweltschutz als Hauptziel erfasst.

Die Konferenz wurde mit einem Film über die Natur- und Artenvielfalt und über die Möglichkeiten einer ökotouristischen Entwicklung in Usbekistan eröffnet.

Am ersten Tag der internationalen Konferenz wurden an den Plenarsitzungen solche Themengebiete wie nationale Gesetzgebung, die wissenschaftlichen, methodischen und institutionellen Rahmen des Ökotourismus, die öffentlich-private Partnerschaft im Tourismus, Ausbildung und Umschulung von Personal für den Bereich Ökotourismus und die Chancen von natürlichen Objekten umfassend erörtert.

Dabei ist zu betonen, dass der Ökotourismus heute an Popularität gewinnt. Nach den Prognosen der Welttourismusorganisation zählt diese Branche zu den fünf strategisch wichtigsten Richtungen der Entwicklung des Tourismus bis 2020. Schätzungen zufolge erreichte in den letzten Jahren der Anteil des Ökotourismus im Gesamtvolumen der globalen Tourismusbranche mehr als 10%.

Die Entwicklung dieser Reisebranche bietet wiederum umfassende Unterstützung für den Umweltschutz sowie für Steigerung des Einkommens der lokalen Bevölkerung und die Erhaltung der biologischen Vielfalt und der einzigartigen Naturgebiete. Der Ökotourismus ist ein vielversprechender Markt für Investitionsprojekte.

Günstige geographische Lage Usbekistans – an der Kreuzung der Routen von Ost nach West und von Süd nach Nord, klimatische Besonderheiten, zahlreiche Naturschutzgebiete und die Vielfalt von Natur und Landschaft bieten große Möglichkeiten für die Förderung von Öko-Tourismus-Routen.

Zu den Schutzgebieten zählen acht Reservaten, drei Nationalparks, ein Biosphärenreservat, zwölf Naturschutzgebiete und sieben Naturdenkmäler.

Über die Konferenz äußerte sich der außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter Deutschlands in Usbekistan Neithart Höfer-Wissing folgendes:
- Wir sind immer an dem Meinungsaustausch auf internationaler Ebene über die Entwicklung des Tourismus interessiert. Heute beträgt Deutschlands Einnahmen aus dem Tourismus mehr als 100 Milliarden Euro oder rund 4% des BIP. Unser Ziel ist der so genannte "sanfte Tourismus" zu entwickeln, in dem für die Schonung der Umwelt und die natürlichen Ressourcen alle Anstrengungen unternommen werden. Schließlich, neben dem positiven Wirtschaftsfaktor und dem Ausbau des interkulturellen Dialogs, gibt es auch den Faktor der Erschöpfung, Verschmutzung und Zerstörung der natürlichen Gebiete und historischen Sehenswürdigkeiten sowie Überlastung der Infrastruktur. Ich hoffe, dass bei dieser Konferenz die Lösungen für Minimierung der negativen Auswirkungen dieser negativen Faktoren auf nachhaltige Entwicklung der Nationen gefunden werden.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Usbekistan unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit die Reformen im Bereich Schutz der Naturessourcen und hat bereits eine Reihe von gemeinsamen Projekten in diesem Bereich umgesetzt. Im Rahmen dieser Projekte beraten deutsche Experten usbekischen Partner bei der Entwicklung von individuellen und ökologischen Tourismus.

Der Leiterin der UNESCO-Vertretung in Usbekistan Christa Pickett betonte die Bedeutung des Gleichgewichtes zwischen der Entwicklung des Tourismus und dem Naturschutz. „Wie alle anderen Ressourcen haben auch die natürlichen Ressourcen die Eigenschaft, sich zu erschöpfen. Durch Steigerung der Touristenströme wird dieser Prozess weiter beschleunigt. Dies wiederum reduziert das Potential für Ökotourismus. Hier könnte man den Zusammenhang zwischen diesen Faktoren in Betracht ziehen und versuchen eine optimale Lösung dafür zu finden. Ich freue mich auf positive Ergebnisse dieser Konferenz, weil heute so relevante Fragen diskutiert werden, die 2015 auf dem UN-Millenniumsgipfel als Ziele der nachhaltigen Entwicklung festgelegt wurden“, so Christa Pickett.

Am zweiten Tag der Konferenz haben die ausländischen Gäste die Sehenswürdigkeiten im Ugam-Chatkal-Nationalpark besichtigt.